Muisne/Ecuador

Muisne in Ecuador liegt im Bezirk Esmeraldas. Dort leben ca. 6500 Menschen auf der Insel und weitere 4500 auf dem Festland. Das beliebteste Fortbewegungsmittel auf der Insel ist das Triciclo, ein großes Dreirad, mit dem sich Personen wie Sachen transportieren lassen. Autos gibt es praktisch keine.

Die Situation der Menschen auf Muisne ist geprägt durch eine hohe Arbeitslosigkeit, eine unzureichende Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Wasserversorgung, Müllbeseitigung und Gesundheitswesen, sowie fehlende Bildungsmöglichkeiten. Vor allem für Kinder und Jugendliche, für die es praktisch keine sozialräumlichen Angebote gibt, ist die Situation durch Perspektivlosigkeit gekennzeichnet.

Zwei Faktoren haben maßgeblich dazu geführt, dass Muisne zu einer der ärmsten Regionen in Ecuador geworden ist. Zum einen ist hier die Einführung des US-Dollars als Landeswährung zu nennen, welche landesweit die arme Bevölkerung in noch größere finanzielle Nöte geführt hat. Muisne, welches traditionellerweise von der Krabbenzucht gelebt hat, konnte diese rasante Talfahrt noch weniger abbremsen als andere Regionen, da zeitgleich die Krabbenseuche Manchas Blancas die gesamte Exportindustrie in die Knie gezwungen hat. Der Tourismus, einst der Hoffnungsträger eines wirtschaftlichen Aufschwungs, konnte aufgrund der fehlenden Infrastruktur kein Gegengewicht darstellen und bleibt nun nach den neusten Meldungen zur Grundwasserverseuchung, welche auf nationaler Ebene publik wurden, ganz aus. Die Krabbenzucht hatte wiederum zur massiven Zerstörung von Mangrovenwäldern geführt. Heute ist der extensive Anbau von Eukalyptus ein weiterer Faktor, der das ökologische Gleichgewicht der Region massiv beeinträchtigt.

Die Armut auf Muisne äußert sich hauptsächlich in der Gewalt gegen Frauen und Kinder, einer steigender Kriminalitätsrate, der zunehmenden Vermüllung samt aller gesundheitlichen Folgen und in der Unterernährung der Bevölkerung. Für die Menschen selbst führt sie zu Hoffnungslosigkeit und Fatalismus.

Organisationen und Initiativen, die sich den drängenden Problemen annehmen spielen eine entscheidende Rolle für die Zukunft Muisnes. Neben unseren Kooperationspartner ist hier noch Fundecol zu nennen, eine Umweltschutzorganisation, die Maßnahmen zum Schutz der verbliebenen Mangrovenwälder und Projekte zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung durchführt.